last light
Judith Fegerl
10 Vorhangbahnen aus Baumwolle, in Jacquardtechnik gewebt, mit Mustern historischer photovoltaischer Zellen
je 420 × 150 cm
2025–2026
Inv. Nr. 0512
Ausgeliehen
Eigens für die Ausstellung "Zwischenräume" (2026) entstanden, überträgt die Skulptur von Judith Fegerl historische Photovoltaikzellen ins Textile. Fünf Zellmuster verschiedener Generationen sind in Jacquardtechnik in zwölf Baumwollbahnen gewebt. Gefertigt wurden die Stoffe in Österreich.
Fegerl arbeitet mit Energie und ihrer technischen Materialkultur als bildnerischem Stoff. Charakteristisch für sie ist das Verfahren, funktionale Objekte von ihrem Zweck zu lösen und in künstlerische Artefakte zu überführen, sodass ihre ästhetische, historische und politische Bedeutung hervortritt. In last light werden die Photovoltaikzellen zum gewebten Ornament. Weil das Ergebnis modernistischen Wohntextilien ähnelt, wirken sie plötzlich harmlos und ansprechend. In der Landschaft aber empfinden viele dieselben Formen als störend, obwohl der Ausstieg aus den fossilen Energien uns alle angeht. Fegerl zeigt diese Doppelmoral auf und verweist zugleich auf die Historizität der Designs und ihr eingeschriebenes Verfallsdatum.
Judith Fegerl nutzt in ihrer künstlerischen Praxis Elektrizität als Material. Ihre Skulpturen und Installationen behandeln die Beziehung von Mensch und Maschine, Raum und Zeit. Die Künstlerin ist in der evn sammlung vertreten.
Text: Heike Maier-Rieper
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Zwischenräume. Architektur & Corporate Design. EVN 1950-2035, EVN AG, Maria Enzersdorf, 2026